Donnerstag, 10. Oktober 2019

Mindo & Mompiche

Mindo - Nebelwald und Wassersport

Unser erster zweitägiger Ausflug ging nach Mindo, eine bergige Wasserscheide nordwestlich von Quito. Früh um 4 Uhr gingen wir los zum Terminal und nahmen von dort aus den Bus nach Quito. Nach ungefähr 2,5 Stunden, die größtenteils mit Schlafen verbracht wurden, kamen wir in Quito an und stellten erst einmal fest, dass es von dem Terminal im Norden, bei dem wir waren, keinen Bus gab, der uns direkt nach Mindo bringt, also nahmen wir einen, der uns bis kurz davor bringen sollte. Nach weiteren 2,5 Stunden wurden wir einfach am Straßenrand abgesetzt (Video 1) und merkten sofort den Klimaunterschied als wir aus dem Bus ausstiegen. Ein Schwall tropischer Luft mit enorm hoher Luftfeuchtigkeit schwappte uns im Nebel entgegen. Von dort aus fanden wir zum Glück einen Pick up, der uns direkt zu unserem Hostel in Mindo brachte. Es war ein wunderschönes kleines idyllisches Hostel mit einer Dachterrasse mit Hängematten und einem mega schönen Ausblick (Bilder 1-6). Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer abgelegt hatten, erkundeten wir das kleine Dörfchen, was uns allen auf Anhieb sehr gut gefiel. Wir erfreuten uns an einem kleinen Park im Zentrum und an den kleinen süßen Läden am Straßenrand, die alle richtig gemütlich eingerichtet waren (Bilder 7-10). Danach begrüßten wir unsere Freunde aus Quito, die heute den Tag mit uns in Mindo verbringen wollen. Zusammen gingen wir erst ein mal Essen und entschieden uns dann, mit der Tarabita zu den Wasserfällen zu fahren. Auf der Ladefläche (Video 2 und 3) unseres Pick up Freundes fuhren wir dann zum Beginn der einzigen, von Hand betriebenen Seilbahn, die uns 152 Meter über dem vegetationsreichen Flussbecken und dem dichtem Nebelwald zum Bosque Protector Mindo-Nambillo brachte (Video 4, Bild 11). Von dort aus gab es eine Route durch den Wald (Bild 12) zu den sechs Wasserfällen, von denen wir vier in Angriff nahmen. Die anfängliche Kälte war durch das Laufen schnell verflogen. Beim ersten Wasserfall gingen ein paar von uns knietief rein (Bilder 13-17) und bei einem weiteren gingen zwei unserer Freunde aus Quito sogar baden. Auf dem Rückweg wurde es dann richtig warm, weil es auch noch bergauf ging und wir uns etwas beeilen mussten, damit die Quiteños ihren Bus zurück schafften. Außerdem fing es das Regnen an, was den Rückweg etwas unschön machte. Nachdem wir auch noch ewig auf die Seilbahn zurück warten mussten, schafften es unsere Mitfreiwilligen trotzdem noch rechtzeitig zum Bus. Wir ruhten uns kurz im Hostel aus und gingen dann auf Essenssuche. Nachdem wir uns endlich für ein kleines vegetarisches "Restaurant" etwas abseits des Zentrums entschieden haben, mussten wir allerdings zwei Stunden auf unser doch recht einfaches Abendessen warten. Am Ende war es dafür aber auch wirklich lecker (Bild 18). Anschließend unterhielten wir uns noch mit ein paar Amerikanern in einem Schmuckladen und gabelten einen Freund im Park auf, der sogar auch noch ein Zimmer in unserem Hostel bekam. Nach einer schönen warmen Dusche ging es dann müde und erschöpft ins Bett.



























Der zweite Tag fing mit einem gemütlichen Frühstück auf der Dachterrasse (Bild 19) an. Danach ging es ins Mariposario (Schmetterlingsgarten), wo sehr viele Schmetterlinge in einer Art Gewächshaus herumschwirrten, weil wir mittags zur aktivsten Zeit da waren. Nach einer kurzen Einführung über das Leben der Schmetterlinge, durften wir uns dann selbst ein Bild von ihnen machen. Mit Bananenstücken konnte man sie gut anlocken und somit saß nicht selten ein Schmetterling auf einem Finger der Menschen, die ihn dann bestaunten. Aber auch sonst waren sie sehr zutraulich und setzten sich auf unsere Schulter oder den Rücken (Bilder 20-24). Danach ging es weiter in einen Garten mit zwei Baumhäusern/Aussichtspunkten und auch sonst war es ein mega schöner Ort in dem wir uns ewig aufhalten hätten können, aber wir hatten bereits einen weiteren Termin. Direkt gegenüber des Hauses gab es einen Fluss, in dem unsere Tubing Tour (Bilder 25-27) startete. Dabei fährt man in riesigen Gummireifen einen Fluss herunter. Allerdings mussten wir vor der Schmetterlingsfarm unser Insektenschutzmittel abwaschen und standen nun nur mit Bikini im Gras, wobei die Mücken alle Zeit der Welt hatten uns zu stechen. Mich hatte es besondern hart getroffen, denn ich hatte in den folgenden Tagen eine allergische Reaktion darauf und mein Knöchel war sehr stark geschwollen, sodass man den Übergang zwischen Bein und Fuß nicht mehr gesehen hat. Aber es hat sich definitiv gelohnt! Ein netter Herr unseres Hostels war Tubing guide und hat uns mit Helm und Schwimmweste ausgestattet, uns durch die Felsen und Steine des Flusses geführt und uns dabei auch immer mal wieder mit kaltem Flusswasser vollgespritzt. Auch wenn der Fluss nicht unglaublich schnell war, hat es uns allen doch großen Spaß gemacht und wir haben danach auch noch ein bisschen im Fluss gebadet bis wir auf der Ladefläche eines Pick ups bei strahlendem Sonnenschein zurück zum Hostel gebracht wurden. Dort ruhten wir uns kurz auf der Dachterrasse aus, bis es dann später zu einem weiteren Wasserfall ging, denn wir hatten uns ja fest vorgenommen ebenfalls in einem Wasserfall zu baden. Wir liefen also zeitig los, erst einen normalen Weg, dann mussten wir durch ein Privatgrundstück und am Ende auch durch den Regenwald (Bilder 28 und 29). Plötzlich merkten wir, dass es zeitlich echt eng wird, denn der letzte Bus nach Quito fährt um 17 Uhr ab, aber zum Glück fanden wir auf dem Weg eine andere Kaskade, bei der wir kurz badeten. Es war so unglaublich schön mitten in der Natur bei diesem Wasserfall und wir waren auch noch die einzigen, was das ganze noch schöner machte (Bilder 30 und 31). Danach mussten wir uns aber mächtig beeilen: zum Hostel rannten wir den halben Weg, zogen uns schnell um, kauften noch etwas Essen für die Fahrt und waren dann pünktlich beim Bus. Doch der Bus hatte nur noch zwei freie Plätze, wir waren aber zu fünft. Leichte Panik kam auf, doch wir warteten erst mal ab und tatsächlich: zwei Personen kamen nicht. Es gab also vier freie Plätze. Nur ich hatte das Glück auf einem Eimer direkt hinter den Busfahrer gesetzt zu werden, wo ich mich weder festhalten noch anlehnen konnte. Das war es dann wohl mit Schlafen. Zumindest eine gute Sicht hat man von da, denkt ihr jetzt wahrscheinlich, aber ich muss euch leider enttäuschen, denn ich sah nur eine graue Sonnenblende, obwohl es stockdunkel war. Naja zumindest hatte ich freie Sicht auf alle möglichen Knöpfe, die der Fahrer so drückte. War auf jeden Fall ein Erlebnis und eine Erfahrung, mit der nicht jeder dienen kann (ich möchte es trotzdem nicht nochmal machen!) In Quito mussten wir dann mit dem Metrobus zum Terminal fahren und konnten von da aus dann einen Bus nach Ibarra nehmen, in dem dann auch ich endlich einen richtigen Sitzplatz hatte.



















Mompiche - Strandausflug mit der Arbeit


Gleich das Wochenende darauf, folgte unser zweiter zweitägiger Ausflug, aber dieses Mal von der Arbeit aus, also mit den meisten Erziehern, einigen Eltern und allen 33 Kindern. Wir trafen uns um 1.30 Uhr in der Nacht an der Fundación, die zum Glück bei uns gleich um die Ecke ist. Dort warteten wir auf die Kinder und als alle da waren, wurden wir nach den drei Kinderheimen auf die zwei Reisebusse aufgeteilt und um 2:30 Uhr konnte es dann auch endlich losgehen. Ich versuchte die kompletten 7,5 Stunden Fahrzeit zu schlafen, weil ich vorher noch nichts geschlafen hatte, bin aber gefühlt alle 10 Minuten aufgewacht. In Mompiche ( Bild 32 und 33) stellten wir erst einmal alle unsere Sachen in den einzigen abstellbaren Raum in einer süßen kleinen Hütte direkt am Strand und gingen frühstücken. Danach ging es mit den Kindern in eine kleine Bucht am Strand zum baden und spielen (Bilder 34-41). Nach dem Mittagessen ging es mit dem Bus und später mit kleinen Booten auf die Isla Portete (Bilder 42-49). Den Strand hatten wir so gut wie für uns alleine und es war wunderschön dort. Die Wellen waren sehr hoch und das Baden hat großen Spaß gemacht. Im Bus zurück mussten wir dann alle im Mittelgang stehen, weil wir nass waren, aber die Fahrt war zum Glück nicht so weit. Bei unserer Hütte angekommen, ging dann das große Duschen los und es wurde geplant wer wo schläft. Wir durften in dem abschließbaren Zimmer schlafen, zwar zu dritt in einem Doppelbett, aber das war kein Problem. Die Kinder waren über uns in Zimmern aufgeteilt und der Rest hat in Zelten geschlafen.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück nochmal zum Strand und ich fand es erschreckend wie krass hier die Auswirkungen von Ebbe und Flut sind - wobei hierzu gesagt werden muss, dass ich noch nie an der Nord- oder Ostsee in Deutschland war, sondern bisher nur am Mittelmeer Urlaub gemacht habe, wo es Gezeiten eigentlich nicht gibt. Ich begann meine obligatorische Strand-Muschelsuche und ging danach mit meinen Mädels auch nochmal ins Wasser. Heute sind auch in Mompiche die Wellen deutlich höher und es machte echt Spaß über die Wellen zu springen und mit ihnen zu schwimmen. Danach wurde es etwas stressig alle noch zu duschen und fertigzumachen und trotzdem den Bus um 14 Uhr zu bekommen, aber irgendwie haben wir es geschafft. Die Busfahrt über ruhte ich mich aus, versuchte zu lesen, spielte und ermahnte Kinder und schaute eine spanische Serie weiter, aber vor allem schaute ich aus dem Fenster und genoss die vorbeiziehende Landschaft (Bilder 50-55, Video 5). Abends kamen wir dann in strömendem Regen wieder bei der Fundación an. Ein schöner Ausflug, sodass die Kinder auch mal aus den vier Wänden ihres Kinderheimes raus kamen und Spaß hatten!


























Freitag, 4. Oktober 2019

Erste Ausflüge

Otavalo

An unserem ersten Wochenende ging es für uns in eine Stadt südwestlich von Ibarra, mit dem Auto ungefähr eine halbe Stunde entfernt - mit dem Bus sind wir natürlich deutlich länger unterwegs gewesen. Otavalo ist wegen seines großen farbenfrohen Marktes auf der Plaza de los Ponchos (Bild 1, Video 1 und 2) ein beliebtes Touristenziel. Die vielen índigenas (Ureinwohner) verkaufen handgefertigten Schmuck und Töpfereien und es gibt Unmengen an Ponchos, Pullis, Taschen in allen Farben und Größen sowie Gemälde und allen möglichen Kleinkram von Traumfängern über Anhänger bis hin zu Ukulelen sowie Decken und Hängematten und so weiter und so fort. Einfach ein riesengroßes Angebot und so viele Stände, dass man gar nicht sieht wo der Markt eigentlich anfängt und wo er aufhört. Zudem waren wir an einem Samstag dort, wo der Markt noch viel größer ist als sonst und es auch schon in diversen Nebenstraßen Stände zu finden gibt. Es gab so viele schöne Sachen, dass ich am liebsten alles gekauft hätte, aber da Otavalo nicht so weit weg ist von uns, dachte ich mir, ich werde sicherlich noch öfters die Gelegenheit haben mir etwas zu kaufen. Und so kam es auch, denn schon zwei Wochen später zeigten wir unseren Freunden aus Quito den Markt, als sie uns besuchten. Immer wieder wurden wir von Leuten angesprochen, wo wir her kommen und was wir hier machen und mit einem Verkäufer, von per Hand angefertigtem Schmuck, haben wir uns auch schon angefreundet. Bei unserem ersten Besuch wurden wir auch gleich mehrmals von verschiedenen Gruppen von Schülern auf Englisch für ein Schulprojekt interviewt - ich wette die waren alle aus der selben Klasse und ich wäre schon echt gerne dabei gewesen, wenn sie alle ihre Videos im Unterricht zeigen und wir auf fast allen Filmen auftauchen :)
Aber auch ohne dieses Projekt, merkt man, dass die Leute dort sehr interessiert an einem sind und sich mit einem unterhalten wollen. Man sollte also für einen Ausflug zum Markt nicht nur wegen der großen Auswahl viel Zeit mitbringen!
Außerdem waren wir auch einen Abend auf der feria de Otavalo, was man als eine Art Stadtfest bezeichnen kann. Diese gibt es hier für fast jede Stadt und sie werden sehr groß über mehrere Tage mit Paraden, Jahrmärkten und Konzerten gefeiert. Nach ein paar Mal nachfragen fanden wir schließlich den Park, in dem sich an diesem Abend das Geschehen abspielte, das aus einem Live-Orchester und traditionellen Tänzen (Video 3) bestand. Zwischendrin wurde immer mal wieder etwas zur Geschichte Otavalos erzählt und die Stadt wurde extrem gefeiert und hochgelebt. Nach knapp zwei Stunden wurden wir langsam müde und beschlossen zurück zu gehen. Am Busterminal mussten wir erschrocken feststellen, dass der sonst mit Bussen, Menschen und Taxen überfüllte Platz komplett leer gefegt war und nicht ein einziges Taxi zu sehen war. Also liefen wir ein Stück Richtung Ibarra bis wir irgendwann zum Glück auf ein Taxi trafen, dass uns nach Hause brachte.







Lagunas de Mojanda

Unser erster richtiger  WG-Ausflug führte uns zu den Lagunen in der Nähe von Otavalo, die von Vulkanen umzingelt sind. Direkt nach dem Frühstück machten wir uns also wie am Vortag auf den Weg nach Otavalo und fuhren von dort aus mit dem Taxi zur Größten der drei Lagunen. Allein der Weg mit dem Taxi war schon ein Abenteuer für sich, denn die Fahrt dauerte 40 Minuten und es reichte nicht, dass die "Straße" durchgehend aus Kopfsteinpflaster bestand. Nein! Der Weg war auch größtenteils kaputt, viele große Steine ragten hinaus und es gab viele Schlaglöcher, was den Taxifahrer aber kaum zu interessieren schien. Dieser brauste mit Vollgas darüber und überholte auf der engen Straße nach oben auch noch drei Autos. Heil oben angekommen zogen wir erst einmal unsere Jacken an, denn auf 4267m ist es schon etwas kälter. Innerhalb der nächsten vier Stunden umrundeten wir die Lagune, aber was wir auf diesem Weg alles erlebten, hätte wahrscheinlich keiner von uns vorher erwartet. Wir durchliefen alle Naturschauspiele, die man sich nur vorstellen kann. Alles fing ganz harmlos mit einem normalen Weg an. Schnell stellte sich aber heraus, dass es kleine Sandstürme gab, die unter anderem von vorbeifahrenden Autos und dem Wind aufgewirbelt wurden. Mit einer unglaublich schönen Aussicht auf Berge und die Lagune (Bild 2) war circa ein Drittel der Strecke einigermaßen schnell geschafft. Das vermeintliche Café dort, entpuppte sich als Campingplatz mit Klo ohne Klopapier und einem Infektionsmittel statt einem Desinfektionsmittel. Ab dort ging das Abenteuer dann richtig los, weil es keinem richtigen Weg mehr gab. Wir fingen also an, durch hohes Gras zu stapfen (Bild 3 und 4), welches größer war als wir selbst und bei dem der Boden nicht wirklich sichtbar war, durch einen Wald zu marschieren und zu klettern um allen möglichen Ästen auszuweichen, durch Sümpfe zu latschen, bei denen mein Schuh einmal stecken geblieben ist und die ganze Brühe trotz hoher Wanderschuhe in meinen Socken gelaufen ist und auf Berge hochzukraxeln (Video 4), weil wir sonst hätten schwimmen müssen um weiterzukommen. Aber es hatte sich gelohnt, denn die Aussicht von den Bergen auf die Lagune war unbeschreiblich schön. Weiter ging es an der Klippe durch hohes Gras (Video 5), was uns gut einen halben Meter vom Absturz bewahrte. Schließlich kamen wir am Wasser an, sprangen über ein paar Flüsse und kamen erschöpft und dreckig wieder am Ausgangspunkt (Bild 5 und 6) an. Da wir vergessen hatten, dem Taxifahrer zu sagen, dass er uns auch wieder abholen soll und es dort oben keinen Empfang gab, standen wir erst mal ein bisschen blöd da. Zum Glück fanden wir einen netten Herrn der uns wieder zurück nach Otavalo brachte. Von dort aus nahmen wir dann den wahrscheinlich letzten Bus nach Ibarra und zurück in der WG konnten wir uns unter einer schönen kalten Dusche von den Überresten des Abenteuers befreien.









Cascada de Peguche

Mit den Freiwilligen aus Quito machten wir einen Ausflug zu dem Wasserfall in der Nähe von Otavalo. Also ging es wieder einmal erst mit dem Bus nach Otavalo und dann liefen wir zu Fuß. Dieses Mal wurden wir auch noch von zwei Brüdern begleitet, die wir hier schon kennengelernt haben. Es war ein schöner Waldweg über eine Hängebrücke bis zum 30m hohen und 6m breiten Wasserfall. Dort setzten wir uns kurz, bestaunten die Natur und natürlich die Kaskade und machten uns dann auch schon wieder auf den Rückweg nach Otavalo. Ein kurzer aber wunderschöner Ausflug und wir haben uns fest vorgenommen beim nächsten Wasserfallbesuch unsere Bikinis mitzunehmen. Gesagt, getan, aber mehr dazu in meinem Bericht über unseren Ausflug nach Mindo, der hoffentlich bald folgt.





Guayabillas

So nennt sich der Berg direkt neben unserer Wohnung, den wir mit unseren Nachbarn, drei kleinen Geschwistern, auch schon in Angriff genommen haben. Nach dem Mittagessen ging es los und nach ein paar Straßen standen wir auch schon vor einem steilen Anstieg. Der Weg war nicht sehr weit, aber der starke Anstieg ließ uns in der Mittagshitze schon etwas schwitzen und außer Puste kommen. Schon nach 30 Minuten hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf unsere Stadt. An einem kleinen Häuschen machten wir kurz Pause und liefen dann einen kleinen Umweg über einen "Zoo", der eigentlich nur aus Hunden bestand, bis zu einem Spielplatz. Von dort aus sah man auch den Arcángel (Erzengel) San Miguel, Schutzpatron der Stadt, zudem wir aber nicht mehr hin gingen, weil die Kinder nach Hause mussten. Also liefen wir einen anderen Weg durch den Wald zurück.





Museum und Mirador Arcángel San Miguel

Freitag der 13. der Tag der voller Pech angefangen hat, aber dann doch noch sehr schön endete. Ich musste an meinem eigentlich freien Tag trotzdem zum Wochentreffen in der Arbeit erscheinen. Also marschierte ich die 40 Minuten zur Arbeit, wartete dort wie immer eine Stunde bis es los ging (ecuadorianische Pünktlichkeit und so...), musste dann aber feststellen, dass keiner kam und wurde deshalb von der gerade arbeitenden Erzieherin wieder nach Hause geschickt. So kann man einen freien Vormittag also auch mal verbringen. Aber der Tag besserte sich schlagartig. Am Nachmittag trafen wir uns mit Freunden zum Eisessen. Anschließend wollten sie uns die Stadt etwas näher bringen und überzeugten einen Wächter, fünf Minuten vor Schließung, uns doch noch schnell ins Museum (Museo y centro cultural Ibarra) zu lassen. Was zur Folge hatte, dass der Wächter uns die ganze Zeit hinterher gelaufen ist und nach uns alle Räume abgesperrt hat. Trotzdem war es sehr schön die ganzen Malereien sowie Töpfe und Waffen der índigenas zu sehen und ein Foto mit Simón Bolívar (vorletztes Bild) zu machen. Danach lud uns eine Freundin noch auf Quimbolitos (ecuadorianische Spezialität, ungefähr mit einem Grießkuchen zu vergleichen und definitiv eine große Empfehlung!) ein und nachts waren ihre Eltern so lieb und fuhren uns durch die Stadt um weitere traditionelle Speisen zu probieren und schließlich zum Erzengel San Miguel hoch zufahren. Das Tor war um die späte Uhrzeit leider schon zu, aber die Aussicht war trotzdem mega schön und das wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir unseren Schutzpatron besucht haben. Alles in allem also ein Freitag der mit viel Pech angefangen hat, aber wunderschön endete.